Herkunft und Entwicklung

Das Ursprungsland des Prager Rattlers, tschechisch „Prazsky Krysarik“, ist das Königreich Böhmen,   welches heute die Tsche­chische Repubik ist. Die älteste Erwähnung der Rasse findet sich beim Chronisten Einhard (770 – 840). Einhard schreibt, dass der tschechische Fürst Lech, Karl dem Großen einen Rattler als Ausdruck seines guten Willens ge­schenkt hat. Karl der Große hat im Jahr 791 vergeblich versucht Mittelböhmen zu besetzen.

Den Chroniken zufolge, war der Rattler ein leiser, anschmiegsamer und submissiver Hund, keinesfalls ein lauter Wach­hund. Im Königreich Böhmen wurde die Rasse, welche sich durch kleinen Wuchs, großer Schnelligkeit und hoch entwickeltem Geruchsvermögen auszeichnet, vor allem für die Bekämpfung von Ratten und Mäusen verwendet, daher sein Name „Rattler“. Dieser kleine, rege Hund hatte Anteil an königlichen Festmahlen auf der Prager Burg und war Zierde an königlichen Höfen. Als Geschenk der böhmischen Herrscher gelangte er unter weitere Bevölkerungsschichten und war auch im Bürgertum als flinker und an­spruchsloser Rattenjäger beliebt. Mit dem Niedergang des böhmischen Königs­hauses um 1620 geriet diese Rasse langsam in Vergessen­heit. Bereits in den 30er Jahren wurde durch tsche­chische Hundeexperten versucht, die fast vergessene Rasse wieder zu re­generieren. Dieser Versuch scheiterte aufgrund der politischen Ereignisse in den darauffolgenden Jahren. Seit etwa 1980 wurde mit der erneuten Regenerierung dieser Rasse begonnen. Seitdem erfreut sich der Prager Rattler vor allem in der Tschechischen Republik großer Beliebtheit. Von dort aus verbreitet sich die Rasse in viele europäische Länder. So ist die Rasse in Schweden und Slowenien bereits etabliert und von dortigen Zuchtvereinen anerkannt. Auch in Länder wie Japan und den USA steigt die Zahl der Prager Rattler stetig an. Seit Februar 2011 wird diese Rasse auch im Verband für das deutsche Hundewesen gezüchtet.

Aussehen

Der Prager Rattler sieht aus wie ein kleiner Dobermann. Er wird meist mit einem Zwergpinscher verwechselt, in dessen Typ er steht. Weiterhin wird der Prager Rattler auch mit einem kurzhaarigen Chihuahua verwechselt. Doch sein Körperbau ist meist noch feingliedriger als bei den eben genannten Rassen.

Kopf:

Prager Rattler

Vergleich Prager Rattler Chihuahua

Die Kopfform des Rattlers ähnelt einer Birne, daher spricht man auch von einem “Birnenkopf”.Die Kopf­form eines Chihuahuas ähnelt eher einem Apfel (Apfelkopf). Bei der Kopf­form eines Zwergpinschers ist die Stirn eher flach und verläuft parallel und faltenlos zum Nasenrücken. Die dreieckigen Ohren des Rattlers sind im Verhältnis zum Kopf sehr groß und sind hoch am Hinterkopf angesetzt. Die idealen Ohren des Rattlers stehen oder sind halb stehend (Kipp-Ohr). Die Ohren laufen spitz, “kerzen­flammend” zusammen. Die Ohren Die Ohren werden nicht senkrecht getragen, sondern sind leicht zur Seite gesetzt. Die Nase ist dunkel und in der Grundfarbe des Fells pigmentiert. Die runden, dunklen Augen sind mittelgroß und ragen deutlich aus dem Kopf heraus und liegen ziemlich weit auseinander. Das Lid ist pigmentiert und eng anliegend. Das Verhältnis zwischen Fang und Kopf sollte zwischen 1:2 bis maximal 1:1 liegen.

Körperbau:

Der Hals ist edel gebogen und ausreichend lang im   Einklang mit Körper und Kopf. Die Brust ist oval und ca. 45 % – 50 % so tief wie der Widerrist hoch ist. Die Brust sollte komplett mit Fell bedeckt sein und sollte keine weißen Abzeichen aufweisen. Der Widerrist ist nicht ausgeprägt und beträgt Idealerweise zwischen 19 und 23 cm. Die obere Profillinie ist kompakt und gerade, der Rücken ist kurz, gerade und kompakt. Die Kruppe ist leicht abfallend. Die Rute ist an der Rückenlinie hoch angesetzt, sie reicht nicht weiter als bis zu den Sprunggelenken. Die Rute ist am Rutenansatz kräftig und wird zur Spitze hin schmaler. Die Rute ist gerade oder ab der Hälfte leicht nach oben gebogen. In Bewegung trägt der Prager Rattler die Rute meist hoch über dem Rücken gebogen. Die Pfoten sind rund, kurz und fest. Sie haben dunkle Klauen mit festen Polstern und gewölbten Zehen. Die hinteren Pfoten können u. U. etwas länger sein als die Vorderpfoten. Die Läufe stehen alle gerade, wodurch der Prager Rattler hochbeinig wirkt.

Haarkleid:

Das Fell ist im Idealfall kurz, fest anliegend und ohne kahle Stellen. Das Fell ist am Kopf meist dünner und kürzer als am restlichen Körper. Weiterhin gibt es auch Varianten mit langem Haarkleid und Befederung an Rute, Beinen und den Ohren. Die Grundfärbung ist schwarz mit lohfarbenen Ab­zeichen im Gesicht über den Augen und auf den Wangen, am Hals und zwei gleichmäßige, voneinander abgetrennte Dreiecke auf der Brust. Weiterhin sind diese Abzeichen auf der Mittelhand der Vorderpfote und auf der Innenseite der Hinterläufe zu sehen. Weitere Farbschläge kommen, je nach genetischer Veranlagung vor.

Gewicht & Größe:

Die Gewichtsspanne des Prager Rattlers reicht von 1,5 kg – 3,0 kg. Das Idealgewicht eines Prager Rattlers liegt bei 2,6 kg. Die Widerristhöhe sollte zwischen 19 cm und 23 cm liegen. Das Verhältnis zwischen Widerristhöhe und Körperlänge sollte bei 1:1,05 liegen, so dass der Prager Rattler recht quadratisch wirkt.

Gang:

Der Gang des Prager Rattlers ist elegant, elastisch, leichtfüßig und flink. Die Pfoten schleifen nicht über den Boden. Die Hinterpfoten treten bei der Bewegung in die Spur der Schultergliedmaßen.   Lebenserwartung des Prager Rattlers: Die meisten Rattler sind auch als Senioren noch recht fit. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 12 bis 15 Jahren.

Verhalten

Temperament:

Der Prager Rattler ist ein temperamentvoller, wachsamer, flinker und vor allem intelligenter Hund.   Daraus folgt, dass der Halter den Bewegungs- und Lerndrang dieses Hundes nicht unterschätzen sollte. Der Halter muss viel Zeit für seinen Hund einplanen. Fremden gegenüber ist der Prager Rattler eher miss­trauisch. Seine Menschen liebt er über alles. Der Prager Rattler ist ein sehr treuer, folgsamer und extrem verschmuster Hund, der von seinen Menschen überall dorthin mitgenommen werden möchte, wo sie auch sind. Der Prager Rattler ist trotzt seiner geringen Größe meist recht robust und sehr lauf- und apportierfreudig.

Kläffen:

Der Prager Rattler wurde nicht nur als Rattenjäger sondern auch als Wächter, der zuverlässig auf jeden Fremden aufmerksam macht,gezüchtet. Daher ist es nur zu verständlich, dass diese Rasse sofort extrem viel Laut gibt, wenn z. B. die Türklingel geht, ein Fremder den Garten betritt oder das geliebte Herrchen oder Frauchen nach Hause kommt

Größenwahn:

Wie viele kleine Hundrassen leidet auch der Prager Rattler unter Größenwahn. Damit ist gemeint, dass diese kleinen Winzlinge sich schon mal todesmutig mit viel Gebell auf einen viel größeren Artgenossen stürzen.